Anfrage – Hitze-Perioden und Gesundheitswesen in Koblenz

In Rheinland-Pfalz gab es im Juli wieder eine Rekordhitze. Die Superhitze macht vielen Menschen in Koblenz zu schaffen, vorwiegend Älteren und chronisch Kranken.

Forschungsinstitute wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gehen davon aus, dass wir in Zukunft häufiger extreme Hitze-Perioden erleben werden. „Der Klimawandel wird im Hinblick auf Versorgung und Gesundheitssystem unterschätzt“, wie die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit in der „Ärztezeitung“ äußerte (die RZ berichtete am 24.7.). „Das Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen aus dem Gesundheitsbereich stellt fest, dass weder Kliniken und Praxen vor den Folgen des Wandels geschützt sind, noch Ärzt*innen mit am Tisch sitzen, wenn es etwa um Hitze- oder Hochwasserschutz geht“ (ebenda).

Dr. med. Dieter Lehmkuhl, Vorstandsmitglied von KLUG, ergänzt: „Anpassungsmaßnahmen an extreme Hitze zum Schutze der Gesundheit sind kurzfristig und zu geringen Kosten möglich und können Leben retten. Politik, Länder, Kommunen und Behörden sind aufgerufen, zügig Hitzeaktionspläne aufzustellen, abzustimmen und umzusetzen. Wir müssen auf die nächsten Hitzewellen vorbereitet sein” (Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit, 15/07/2019).

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Stadtverwaltung:

  1. Ist die Zahl der Patient*innen mit möglicherweise hitzebedingten Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen während der heißen Tage und danach in den Koblenzer Notaufnahmen erkennbar gestiegen? –
  2. Wie werden Bevölkerung und/oder Verwaltung auf die Möglichkeiten hingewiesen, sich über Verhaltensmaßnahmen zu schützen?
  3. Hat die Stadt Koblenz einen Hitzeaktionsplan erstellt?
    1. wenn ja, welche Maßnahmen umfasst er?
    2. wenn nein, ist ein solcher Plan für die Zukunft bereits vorgesehen?