Antrag – Nistkästenaktion

Beschlussentwurf:

Der Stadtrat beschließt, die Verwaltung wird beauftragt, dass an baulich dafür geeigneten städti-schen Gebäuden Nistplätze für Mauersegler, Spatzen, Mehlschwalben, Fledermäusen u. a. einge-richtet werden, sofern eine Tierwohlgefährdung ausgeschlossen ist.

Wie im Beschlussentwurf vom 16. Mai 2019 Stadtrat vom Umweltamt vorgeschlagen, könnte diese Maßnahme, Bau von Nistkästen ein ökologisches Projekt an Koblenzer Schulen sein. Parallel ist eine Öffentlichkeitskampagne der Stadt über Social Media zu initiieren.

Begründung:

Die biologische Vielfalt in der Stadt kann zwar nicht mit den Naturlandschaften oder naturnahen Kulturlandschaften mithalten, aber in Städten leben mehr Tiere und Pflanzen als gedacht. So kommen in europäischen Metropolen durchschnittlich über 10.000 unterschiedliche Arten vor. Denn Häuserblocks ähneln Felslandschaften, in deren Nischen Felsenbrüter wie Turmfalke, Dohle und Mauersegler ihre Nistplätze finden. Dachböden sind die neuen Höhlen der Fledermäuse. Grabwespen oder Wildbienen nutzen kleinste Mauerritzen und Pflasterfugen zur Anlage ihrer Brutröhren.

Pionierpflanzen besiedeln schnell jede Brache oder wachsen unbeachtet an Straßen, Gleisen und Wegrändern. Gärten und Parks werden zwar von Zierpflanzen geprägt, bieten aber auch Raum für heimische Bäume, Sträucher, Kräuter und Gräser. Singvögel wie Rotkehlchen, Zaunkönig, Amsel, Blau- und Kohl-meise finden hier ebenso Lebens- und Nahrungsstätten wie Eichhörnchen und Igel. Auch Schmetterlinge, Heuschrecken, Wildbienen, Schwebfliegen und viele andere Insekten leben hier. 7

Die Stadt ist also keine unbelebte Betonwüste, sondern ein abwechslungsreiches Mosaik aus ver-schiedenen Lebensräumen.

Dennoch gehen durch Bau- und Sanierungsarbeiten unzählige angestammte Nistplätze verloren. Die Stadt ist längst Lebensraum für Tiere geworden, die normalerweise in Wald und Feld leben. Vielen Vögeln geht dagegen der Lebensraum verloren. Ein überwiegender Teil dieser heimischen Tiere, wie Haussperling, Mauersegler, Hausrotschwanz, Turmfalke, Dohle, Mehl- und Rauchschwalbe lebt ausschließlich oder zu einem Großteil in und an Gebäuden.

Die meisten dieser Vogelarten brüten in Gesimsbereichen, hinter Fassadenverkleidungen sowie in Nischen an Dach und Fassade. Mehlschwalben bauen an der Außenseite von Gebäuden, Rauch-schwalben in Ställen und Hausfluren Nester.

Energetisch sanierte Häuser oder auch die Neubauten mit ihren geschlossenen Fassaden und Dach-überständen bieten den Vögel kaum noch Möglichkeiten für ihren Lebensraum. Fledermausarten nutzen Strukturen wie Keller, Dachböden, Verschalungen und Spalten an Gebäuden. Auch ihr Bereich ist eingeschränkt.

Um diesem Missstand abzuhelfen und um grundsätzlich die Artenvielfalt zu fördern, bieten viele Städte ganz unterschiedliche Maßnahmen an, Nistkästenaktion über das Umweltamt, Anleitung zum Bau von Nistkästen, Nistkästenaktion in Zusammenarbeit mit Umweltverbänden, Schulprojekte etc.