Anfrage der Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Brückenbaustelle Lahnstein

Stadtratssitzung vom 22.09.2022

Anfrage:
Die geplante Brückensperrung der B42 in Lahnstein im Jahr 2024 betrifft Menschen, die für Arbeit und Ausbildung aus Lahnstein und aus dem unteren Mittelrheintal besonders im Bereich der VG Loreley nach Koblenz einpendeln. Damit betrifft sie auch Koblenzer Betriebe und Bildungseinrichtungen. Umgekehrt sind auch auspendelnde Menschen aus Koblenz und Unternehmen, die Kund:innen in Lahnstein und im Rheintal andienen, betroffen. Zu den betroffenen Menschen aus Koblenz gehören insbesondere auch Schüler:innen der weiterführenden Schulen (Gymnasien, Realschule und Berufsbildende Schule) in Lahnstein.

Damit ist auch Koblenz und sind auch Menschen aus Koblenz von dieser Baumaßnahme tangiert. Gleichzeitig läuft der Neubau der Pfaffendorfer Brücke, über die neben der Südbrücke der Verkehr aus und in diese Richtung läuft.

Vor diesem Hintergrund erlauben wir uns nachzufragen:

  1. Wie weit ist die Stadt Koblenz auf die Folgen für den Verkehr nach und aus und insbesondere in Koblenz durch diese Baumaßnahme vorbereitet? Welche Maßnahmen sind geplant oder zumindest angedacht, um Auswirkungen auf das Stadtgebiet – insbesondere Rückstaus im Bereich der Südbrücke und Überlastungen im Bereich der Pfaffendorfer Brücke zu vermeiden?
  2. Welche Planungen vonseiten der Stadt Koblenz, welche erste Ideen über die Einrichtung eines Wassertaxis, das Stolzenfels, Oberwerth, das Rheinufer im Bereich der Kaiserin-Augusta-Anlagen und Pfaffendorf mit Nieder- und Oberlahnstein auf dem Wasserweg verbindet gibt es? Haben insoweit bereits erste Gespräche mit der Stadt Lahnstein und mit dem Rhein-Lahn-Kreis sowie mit den sonstigen zu Beteiligenden stattgefunden bzw. sind beabsichtigt?
  3. Welche Vorüberlegungen und Planungen für ein solches Wassertaxi als Baustein für das Verkehrskonzept für die Buga 2029 sind vorgesehen – und inwiefern gibt es Überlegungen, diese Komponente im Hinblick auf die beiden Brückenbaustellen in Lahnstein und in Koblenz bereits auf 2024 vorzuziehen?
  4. Im Hinblick auf die angestrebte Reduzierung des automobilen Pendelverkehrs nach Koblenz, der das innerstädtische Straßennetz, Anwohnende und das Stadtklima beeinträchtigt, wird ohnehin eine Verbesserung des Schienennahverkehrs aus und nach Koblenz angestrebt. Auch im Verkehrskonzept der BUGA wird der Schienennahverkehr eine erhebliche Rolle spielen. Durch die Brückenbaumaßnahme in Lahnstein ist schon jetzt mit einer erhöhten Zahl mit dem Zug einpendelnder Menschen aus Lahnstein und der VG Loreley zu rechnen. Welche Maßnahmen sind aus Sicht der Stadtverwaltung einmal vonseiten der Bahn, zum anderen von Seiten der Stadt im Umfeld der Bahnhöfe erforderlich, um diese erhöhte Zahl zu bewältigen? Welche Planungen und Überlegungen für die BUGA gibt es im Hinblick auftun Schienenverkehr, die eventuell vorgezogen werden können? Welche auf diese Situation übertragbaren und für künftige Planungen und Maßnahmen übertragbaren Erfahrungen gibt es aus der soeben abgeschlossenen Zeit des 9-Euro- Tickets von und mit Bahnfahrenden aus und in dieser Fahrtrichtung? Gibt es bereits entsprechende Planungen und Gespräche mit der Stadt Lahnstein, mit der Bahn und sonstigen Beteiligten bzw. sind beabsichtigt?