Antrag der Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Masterplan Kulturelles Leben in Koblenz

Stadtratssitzung vom 03.09.2020

Beschlussentwurf:
Der Stadtrat möge beschließen, die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig einen Arbeitskreis Kultur einzuberufen, um einen Masterplan zum Wiedereinstieg des Koblenzer Kulturlebens (nach Corona, mit Corona, trotz Corona) zu diskutieren und abgestimmt voranzubringen. Weiterhin wird die Verwaltung beauftragt, die Fördermöglichkeiten von Bund und Land im Rahmen des Arbeitskreises Kultur darzustellen. Dieser Prozess soll vom Kulturamt initiiert, koordiniert und kommuniziert werden.
An diesem Arbeitskreis sollen Vertreterinnen des Ordnungsamtes und des Gesundheitsamtes teilnehmen, um unmittelbar auch Vorschläge und Ideen entsprechend ihrer Fachexpertise zu einer guten und vor allem schnellen Umsetzung zu führen. Zu diesem Arbeitskreis sollen städtische und andere Kulturschaffende aller Bereiche eingeladen werden. Dies beinhaltet die freien Kultureinrichtungen, freie Künstler, Veranstalter von Kulturveranstaltungen und Künstlervereinigungen.

Begründung:
Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Das kulturelle Leben und die kulturelle Vielfalt unserer Stadt haben in besonderer Weise unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie gelitten. Wie gelingt es, das kulturelle Leben unserer Stadt wieder schrittweise in eine veränderte Normalität zurückzubringen?

Auch in Koblenz waren es die Museen, das Theater, die Stadtbibliothek oder auch die freien Kultureinrichtungen, private Kulturveranstalter, die der Lockdown der Corona-Pandemie als erste getroffen hat. Die Lockerungen machen verschiedene kulturelle Veranstaltungen (theoretisch) wieder möglich, doch wie genau die Umsetzung erfolgen soll, ist noch schwierig einzuschätzen. Für manche kleinen Kulturbühnen “lohnt” eine Öffnung kaum. Wie kann mit der “Schwarmintelligenz” gemeinsam an guten Ideen für eine Wiederbelebung der kulturellen Landschaft in Koblenz gearbeitet werden. Eine Schaltstelle zu haben, die die Rahmenbedingungen kommuniziert und ggf. auch neue Kooperationen anregt wäre förderlich. Das Theater und die Museen haben eher die Möglichkeiten, die hygienischen Voraussetzungen für Publikumsbesuche zu erfüllen – Solistinnen, Künstlerinnen und kleine Ensembles das Programm, um Kulturveranstaltungen konkret umzusetzen. Öffentliche Orte könnten für die Durchführung von Veranstaltungen unter Beachtung der Abstandsregeln gefunden werden. Später ist der gemeinsame Blick in die Wintermonate zu richten (was ist hier, wie möglich?).

Gerade für freischaffende Künstlerinnen ist die Situation besonders hart, weil Aufführungsmöglichkeiten wegfallen und sie mit einem Totalausfall ihrer Einnahmen rechnen müssen. Auch für Kinderund Jugendtheater und freie Theaterinitiativen werden alle Programme, die im Umfeld der Schulen
als theaterpädagogische Projekte oder auch als Ausflüge stattgefunden haben, auf unbestimmte Zeit wegfallen. Verschiedene Hilfsprogramme – von Stadt, Land und Bund – unterstützen Solokünstlerinnen, die auch mit der Umsetzung digitaler Projektideen, einzelne Verdienst- und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen haben. Kulturschaffende und Kulturveranstalterinnen waren mit als Erste von den Einschränkungen betroffen und werden auf lange Zeit noch unter den wirtschaftlichen Auswirkungen leiden, eine „neue Normalität“ ist noch lange nicht in Sicht. Umso wichtiger ist es, dass wir das gesamte kulturelle Leben in den Blick nehmen und eine koordinierte Vorgehensweise voranbringen in Koblenz.