Umgestaltung und Sanierung der BImA-Siedlung als Chance für modellhaften Ausbau der E-Ladeinfrastruktur

Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Koblenz ist die Berücksichtigung jener Stadtteile, in denen Geschosswohnungsbau überwiegt, eines der wichtigsten Anliegen der GRÜNEN Stadtratsfraktion. Zuletzt hatte daher Carl-Bernhard von Heusinger, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Ratsfraktion, in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses nachgefragt, welche Möglichkeiten die Stadtverwaltung sieht, privaten Anbietern vor Mietshäusern, an öffentlichen Parkplätzen aber auch an Straßen Raum zur Installation von Ladesäulen zur Verfügung zu stellen.

Carl-Bernhard von Heusinger macht deutlich: „Koblenz muss eine Ladeinfrastruktur bekommen, die auch den Menschen, die ihr Auto nicht auf ihrem eigenen Grundstück abstellen und laden können, den Einstieg in die Elektromobilität ermöglicht.“

Zu den großen Wohnquartieren in Koblenz gehören die Wohnsiedlungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auf der Pfaffendorfer Höhe und im Pollenfeld. Der rheinland-pfälzische GRÜNE Bundestagsabgeordnete Dr. Tobias Lindner ist der Auffassung: „Der bundeseigenen BImA kommt als einer der größten Wohnungseigentümerinnen Deutschlands eine Vorbildfunktion zu, nicht nur was die Energieeffizienz der Gebäude betrifft, sondern auch bei der Mobilität der Mieter*innen.“

In einer Berichtsbitte hatte Lindner daher nachgefragt, wie die BImA den Umstieg auf die E-Mobilität fördert, ob es auf BImA-Liegenschaften schon E-Ladestationen gibt, ob die BImA in absehbarer Zeit Elektro-Ladestationen auf den Parkplätzen von Wohnsiedlungen schaffen wird, in welchem Zeitraum dies geschehen soll und welche Standorte vorgesehen sind.

Die nunmehr vorliegende Antwort aus dem Finanzministerium, in dessen Verantwortlichkeit die BImA liegt, ist aus GRÜNER Sicht ähnlich enttäuschend wie das am vergangenen Montag vorgelegte Konzept der Stadt für die Ladeinfrastruktur. Zwar bekennt sich die BImA dazu, bundesweit die Förderung der Elektromobilität durch die Bundesregierung zu unterstützen. Gleichwohl verweist die BImA lediglich auf die Möglichkeit der Mietparteien von bundesanstaltseigenen Wohnungen, die Genehmigung zur Einrichtung von mietereigenen Elektro-Ladestationen an Mehrfamilienhäusern für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge zu erhalten. Für den BImA-Wohnungsbestand in Koblenz gebe es allerdings keine den jeweiligen Mieter*innen exklusiv zugewiesene Parkplatzflächen.

Das GRÜNE Ratsmitglied Gordon Gniewosz weist hierzu darauf hin, dass es abweichend von dieser Antwort Einzelgaragen gibt – und auf den Stellplätzen für Mieter*innen die Möglichkeit zur Anbindung halböffentlicher Ladesäulen, die allen Mieterinnen zur Verfügung stehen.

Ratsmitglied Gniewosz sieht jetzt den Moment gekommen, in den Wohnsiedlungen der BImA etwas auf den Weg zu bringen: „Die aktuell erfolgende Sanierung der BImAWohnungen und die anstehende städtebauliche Neuordnung der Pfaffendorfer Höhe, in deren Rahmen durch Aufstockung zweistöckiger Gebäude zusätzliche Wohnungen geschaffen werden sollen – Thema in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Stadtentwicklung – , eröffnet die Möglichkeit, dass hier Stadt, Energieversorger und BImA partnerschaftlich die notwendige Ladeinfrastruktur entwickeln.“ Der Bundestagsabgeordnete Lindner hofft: „Hier könnte die Wohnsiedlung in Koblenz für andere BImA-Liegenschaften im ganzen Bundesgebiet zum Vorbild werden.“