GRÜNER Vorstoß erfolgreich: Stadt überlässt einen Teil des Stadtwalds der natürlichen Entwicklung

Auf gemeinsamen Antrag der Ratsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und Die Linke-Partei werden künftig fünf bis zehn Prozent der Gesamtwaldfläche des Koblenzer Stadtwaldes aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Dies beschloss der Forstausschuss in seiner Sitzung am 9. November 2021 einstimmig bei einer Enthaltung. Zuvor hatte auch die Stadtverwaltung die Unterstützung des Antrages empfohlen.

Bereits seit zwei Jahren wird im Koblenzer Stadtwald das Biotop-, Alt- und Totholzkonzept der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz angewendet. Hierdurch wird derzeit eine Waldfläche im niedrigen einstelligen Prozentbereich nicht bewirtschaftet. Die Nationale Biodiversitätsstrategie empfiehlt dagegen, fünf Prozent der Waldflächen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Der Forstausschuss selbst hatte im April 2021 die Grundsatzanweisung. Waldverjüngung im Klimawandel. Wiederbewaldung, Vorausverjüngung und Jungwaldpflege von Landesforsten Rheinland-Pfalz für die Bewirtschaftung des städtischen Forstbetriebes beschlossen, in der die Herausnahme von zehn Prozent der Waldfläche aus der Nutzung empfohlen wird.

Dr. Carolin Schmidt-Wygasch, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion, begrüßt die im Forstausschuss beschlossene Flächenherausnahme: „Mit der künftigen Herausnahme von fünf bis zehn Prozent der Waldfläche aus der forstwirtschaftlichen Nutzung stärken wir die Widerstandsfähigkeit des Waldes in Zeiten der Klimakrise und fördern die Waldökologie und die Biodiversität. Durch die Flächenherausnahme wird darüber hinaus u. a. der weiteren Bodenverdichtung und Bodenerosion entgegengewirkt. Vor diesem Hintergrund ist es sehr erfreulich, dass der Forstausschuss unserem Antrag gefolgt ist und sich einstimmig bei einer Enthaltung für eine nachhaltigere Bewirtschaftung des Stadtwaldes ausgesprochen hat.“

Dr. Tabea Stötter, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion, fügt hinzu: „Angesichts der sich weiter verschärfenden Klimakrise müssen wir unsere Wälder fit für die Zukunft machen, damit sie sich an weiter steigende Temperaturen und geringere Niederschlagsmengen anpassen können. Ein vitaler Wald kann zugleich die Folgen der Klimakrise abmildern. Insbesondere in den Hangbereichen können Wälder bei Starkregenereignissen das abfließende Wasser verlangsamen und für eine bessere Versickerung sorgen und so die tiefer liegenden Flächen vor Sturzfluten besser schützen.“