Antrag – Klimaanpassung in städtebaulichen Verträgen

Beschlussentwurf:

Der Stadtrat beschließt, die Verwaltung wird aufgefordert folgende Maßnahmen in städtebauliche Verträge bei anstehenden und künftigen Bauvorhaben aufzunehmen und durch den Vorhabenträger vertraglich zu sichern und entsprechend umsetzen zu lassen.

  1. Belegung aller geeigneten Flächen durch Solaranlagen. Ergänzend, und wo dies nicht möglich ist, Begrünung und farbliche Aufhellung von Dachflächen und Fassaden
  2. Freihaltung von bestehenden Freiflächen und Retentionsräumen im Rahmen der Nutzung bestehender Baulandflächen durch Innenverdichtung.
  3. Energetisches, ökologisches und klimaangepasstes Bauen ist sicherzustellen
  4. Anlage von neuen Grün- und Freiflächen, Schutz und Optimierung bestehender Grünflächen, Schaffung von schattigen Plätzen durch Baumbepflanzung. Brachflächen entsprechend begrünen.
  5. Parkplätze begrünen bzw. Parkhäuser bauen mit Fassadenbegrünung.
  6. Anpassung des Generalentwässerungsplanes an die gestiegenen Anforderungen an das Kanalnetz wegen zunehmenden Starkregens.
  7. Verwendung von versickerungsfähigen Materialien im Wege- und Straßenbau.
  8. Anpflanzung von Baumarten, die dem Klimawandel angepasst sind.
  9. Reduzierung des motorisierten Verkehrs im Rahmen der Verkehrsplanung, Nutzung intelligenter Mobilitätssysteme
  10. Verwendung von hellen und reflektierenden Oberflächen, um Hitzebildung und -speicherung entgegenzuwirken.
  11. Einsatz von Wasserflächen zur Kühlung (Einsatz von bewegtem Wasser).

Begründung:

Der Klimawandel betrifft die Städte in besonderer Weise. Er wirkt sich auf das Bioklima aus und damit auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Daher ist es eine der größten Herausforderungen, vor die uns der Klimawandel stellt, für die Lebensqualität in der Stadt auch in Zukunft zu sorgen.

  • Die heißeste Stadt im Juli 2018 war Frankfurt: In der Mainmetropole lag die Durchschnittstemperatur in diesem Monat bei unglaublichen 30,06 Grad!
  • Auch Köln und Düsseldorf sind bei den Durchschnittstemperaturen ganz oben dabei: mit 29,63 Grad erreicht Köln den zweiten Platz, dicht gefolgt von Düsseldorf mit 29,18 Grad.
  • Auf Platz vier und fünf landen Dortmund (28,52 Grad) und Leipzig (28,35 Grad).
  • Berlin (27,99 Grad), Essen (27,97 Grad) und Stuttgart (27,90 Grad) haben die 28-Grad-Marke ganz knapp verpasst.
  • Vergleichsweise “kühl” war es noch in Hamburg und München: Die Durchschnittstemperaturen der beiden Städte lagen im Juli immerhin unter 27 Grad.

Die extreme Hitzewelle hat nicht nur Deutschland nach wie vor fest im Griff, sondern betrifft ganz Europa und viele weitere Regionen der westlichen Hemisphäre.

Der Sommer 2018 könnte laut Meteorologen durch seine Hitzerekorde in die Geschichte eingehen. So war der Juli 2018 bereits der viertwärmste aller Zeiten. Forscher führen die extremen Temperaturen, die teilweise auch mit heftigen Starkniederschlägen einhergehen, auf den Klimawandel zurück.

Ein nachhaltiger Anpassungsprozess an den Klimawandel muss rasch beginnen, der Umsetzungsprozess wird Zeit kosten. Deshalb muss heute reagiert werden. Die entscheidende Frage ist: Wie kann Koblenz seine Stadträume und seine Infrastrukturen gegenüber den negativen Auswirkungen des Klimawandels nachhaltig widerstandsfähig machen?

Die oben aufgezählten Maßnahmen sprechen für sich. Alle deutschen/europäischen Städte müssen Maßnahmen ergreifen, damit sich die Menschen in den Städten noch aufhalten können.

Täglich wurde in den letzten 4 Monaten über die Folgen der Hitze, nicht nur in den Städten berichtet, die Landwirtschaft sowie die Obst- und Weinbauern klagen über hohe Ernteverluste, die Wälder sind zu trocken, Brandgefahr droht, trockene Böden, Bäume, die bereits jetzt ihre Blätter verlieren oder vertrocknen, Fische, die sterben, Flüsse die austrocknen usw. usw.

Wir müssen handeln, jetzt!

Hans-Peter Ackermann

Stellungnahme / Antwort der Verwaltung